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Lohnsteuerbescheinigung verstehen: welche Zahl wohin gehört

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Lohnsteuerbescheinigung verstehen: welche Zahl wohin gehört

Die Lohnsteuerbescheinigung ist das wichtigste Dokument für Ihre Steuererklärung als Arbeitnehmer. Sie bekommen sie einmal im Jahr vom Arbeitgeber, meist im Januar oder Februar, und sie enthält alles, was das Finanzamt über Ihr Gehalt und die bereits gezahlten Steuern wissen muss.

Auf dem Ausdruck stehen rund dreißig nummerierte Felder. Für eine normale Steuererklärung brauchen Sie davon etwa acht. Dieser Leitfaden geht sie der Reihe nach durch und erklärt, was in den übrigen Feldern steht, damit Sie erkennen, wann Ihr Fall doch komplizierter ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ihr Arbeitgeber übermittelt die Daten elektronisch an die Finanzverwaltung. Das Papier, das Sie bekommen, ist nur ein Ausdruck und dient Ihrer Information.
  • Feld 1 enthält den Zeitraum des Dienstverhältnisses. Deckt er nicht das ganze Jahr ab, brauchen Sie eine weitere Bescheinigung.
  • Feld 3 ist der Bruttoarbeitslohn, die zentrale Zahl der ganzen Erklärung.
  • Felder 4 bis 6 enthalten die einbehaltene Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer. Das ist das Geld, das Sie unter Umständen zurückbekommen.
  • Felder 22 bis 27 enthalten Ihre Sozialversicherungsbeiträge und gehören in die Anlage Vorsorgeaufwand.
  • Die Großbuchstaben in Feld 2 sind keine Fehler, sondern Hinweise für das Finanzamt.
  • Fehler auf der Bescheinigung können Sie nicht selbst korrigieren. Nur der Arbeitgeber kann eine berichtigte Meldung übermitteln.

Woher das Dokument kommt

Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, die Lohnsteuerbescheinigung nach Ablauf des Kalenderjahres elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln, spätestens bis Ende Februar des Folgejahres. Zugeordnet wird sie über Ihre steuerliche Identifikationsnummer.

Sie selbst erhalten einen Ausdruck, auf Papier oder als PDF im Mitarbeiterportal. Diesen Ausdruck reichen Sie nicht mit ein. Sie brauchen ihn, um die Zahlen abzuschreiben und um bei Rückfragen belegen zu können, was Ihnen bescheinigt wurde.

Endet Ihr Arbeitsverhältnis mitten im Jahr, bekommen Sie die Bescheinigung schon dann und nicht erst im Januar.

Feld 1: der Zeitraum

Ganz oben steht die Dauer des Dienstverhältnisses, also von wann bis wann Sie bei diesem Arbeitgeber beschäftigt waren. Das klingt nebensächlich und ist der häufigste Grund für falsche Erklärungen.

Wenn dort 01.01. bis 31.12. steht, war dieser Arbeitgeber Ihr einziger im Jahr. Steht dort 01.01. bis 31.07., fehlt Ihnen für den Rest des Jahres eine zweite Bescheinigung, entweder von einem weiteren Arbeitgeber oder es gab eine Lücke ohne Beschäftigung.

Das ist auch für die Werbungskosten wichtig: Ihr Arbeitsweg gehört zu genau diesem Zeitraum. Wer im August den Job und die Stadt gewechselt hat, hat zwei Entfernungen und zwei Zahlen von Arbeitstagen, die jeweils der richtigen Bescheinigung zugeordnet werden müssen.

Ein U in diesem Bereich steht für Unterbrechung. Es wird eingetragen, wenn Sie mindestens fünf aufeinanderfolgende Arbeitstage ohne Anspruch auf Arbeitslohn hatten, etwa nach dem Ende der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Feld 2: die Großbuchstaben

Hier stehen Kennzeichen, die dem Finanzamt Besonderheiten signalisieren:

Buchstabe Bedeutung
S Es wurde Lohnsteuer für sonstige Bezüge einbehalten, etwa eine Nachzahlung aus einem früheren Dienstverhältnis.
M Ihr Arbeitgeber hat Ihnen auf Dienstreisen oder bei doppelter Haushaltsführung Mahlzeiten gestellt. Ihre Verpflegungspauschalen werden dadurch gekürzt.
F Sie wurden steuerfrei in einer Sammelbeförderung zur Arbeit gebracht.
FR Grenzgängerregelung im Verhältnis zu Frankreich.
E Kennzeichnung im Zusammenhang mit bestimmten Auszahlungen; betrifft nur wenige Fälle.

Ein M ist der Buchstabe, den Sie im Blick behalten sollten, wenn Sie beruflich unterwegs waren. Er bedeutet, dass Sie die Verpflegungspauschalen nicht ungekürzt ansetzen dürfen.

Felder 3 bis 6: die Kernzahlen

Das sind die vier Zahlen, die praktisch jede Erklärung braucht.

Feld Inhalt Wohin es gehört
3 Bruttoarbeitslohn einschließlich Sachbezügen Anlage N, Angaben zum Arbeitslohn
4 Einbehaltene Lohnsteuer Anlage N, einbehaltene Steuerabzugsbeträge
5 Einbehaltener Solidaritätszuschlag Anlage N, einbehaltene Steuerabzugsbeträge
6 Einbehaltene Kirchensteuer des Arbeitnehmers Anlage N, einbehaltene Steuerabzugsbeträge

Der Bruttoarbeitslohn in Feld 3 ist nicht Ihr Jahresgehalt laut Arbeitsvertrag. Er enthält auch geldwerte Vorteile wie einen Dienstwagen zur privaten Nutzung, und er enthält keine Beträge, die steuerfrei ausgezahlt wurden. Die Zahl kann deshalb von der abweichen, die Sie im Kopf haben. Maßgeblich ist immer das, was hier steht.

Die Felder 4 bis 6 sind der Betrag, den Sie im Laufe des Jahres bereits an das Finanzamt abgeführt haben. Ihre Erstattung entsteht daraus, dass die endgültige Jahressteuer niedriger ausfällt als diese Summe.

Sind Sie verheiratet und wird Kirchensteuer für beide Ehepartner über ein Arbeitsverhältnis abgeführt, gibt es dafür ein eigenes Feld direkt darunter.

Feld 15: Lohnersatzleistungen

Hier stehen steuerfreie Leistungen wie Kurzarbeitergeld, Zuschuss zum Mutterschaftsgeld oder Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit.

Diese Beträge werden nicht besteuert, aber sie unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Das heißt: Sie erhöhen den Steuersatz, der auf Ihr übriges Einkommen angewendet wird. Eine Zahl in Feld 15 ist deshalb oft der Grund, warum eine Steuererklärung zur Pflicht wird und warum die Erstattung niedriger ausfällt als erwartet.

Leistungen, die nicht über den Arbeitgeber laufen, etwa Arbeitslosengeld oder Elterngeld, stehen nicht auf dieser Bescheinigung. Dafür bekommen Sie eine gesonderte Bescheinigung von der Agentur für Arbeit oder der Elterngeldstelle, und auch diese Beträge müssen in die Erklärung.

Felder 17 und 18: Fahrtkostenzuschüsse

Diese beiden Felder entscheiden mit darüber, wie viel von Ihrer Entfernungspauschale übrig bleibt.

  • Feld 17 enthält steuerfreie Arbeitgeberleistungen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, typischerweise ein Jobticket nach § 3 Nr. 15 EStG.
  • Feld 18 enthält Arbeitgeberleistungen für dieselben Fahrten, die pauschal mit 15 Prozent versteuert wurden.

Beide Beträge mindern Ihre Entfernungspauschale. Wer sie beim Ausfüllen übersieht, setzt den Arbeitsweg zu hoch an, und das Finanzamt korrigiert es später. Da die Daten elektronisch vorliegen, fällt das zuverlässig auf.

Felder 22 bis 27: die Sozialversicherung

Dieser Block wandert komplett in die Anlage Vorsorgeaufwand und entscheidet über einen der größten Abzugsposten überhaupt.

Feld Inhalt
22 Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung
23 Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Rentenversicherung
24 Steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers zur Krankenversicherung
25 Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung
26 Arbeitnehmerbeiträge zur sozialen Pflegeversicherung
27 Arbeitnehmerbeiträge zur Arbeitslosenversicherung

Die Felder 22 und 23 sind untergliedert, wenn Sie in einem berufsständischen Versorgungswerk statt in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert sind, etwa als Ärztin, Anwalt oder Architektin. Sind Sie privat kranken- und pflegeversichert, stehen Ihre Beiträge in einem eigenen Feld weiter unten auf der Bescheinigung, nicht in den Feldern 25 und 26.

Alle Zahlen dieses Blocks müssen vollständig übernommen werden. Die Beiträge zur Basisabsicherung wirken sich stark auf das Ergebnis aus, und eine vergessene Zeile kostet schnell mehrere Hundert Euro.

Wenn Sie zwei Bescheinigungen haben

Ein Jobwechsel im Laufe des Jahres bedeutet zwei Bescheinigungen, und beide gehören vollständig in die Erklärung. Typische Fehler dabei:

  • Nur die Bescheinigung des aktuellen Arbeitgebers eintragen. Das Finanzamt kennt die andere ohnehin und fragt nach.
  • Die Bruttoarbeitslöhne addieren und als eine Zahl eintragen. Jede Bescheinigung wird einzeln erfasst, weil die Zeiträume unterschiedlich sind.
  • Den Arbeitsweg nur einmal ansetzen. Sie hatten zwei erste Tätigkeitsstätten und damit zwei Entfernungen und zwei Zahlen von Arbeitstagen.
  • Eine Lücke zwischen den Zeiträumen übersehen. Wenn Sie im August nicht gearbeitet haben, gab es in dieser Zeit möglicherweise Arbeitslosengeld, und das gehört mit Progressionsvorbehalt in die Erklärung.

Wenn eine Zahl falsch ist

Sie dürfen auf dem Ausdruck nichts ändern und Sie dürfen auch keine abweichenden Zahlen in die Erklärung eintragen. Maßgeblich ist, was elektronisch übermittelt wurde.

Vermuten Sie einen Fehler, wenden Sie sich an die Lohnbuchhaltung Ihres Arbeitgebers. Bis zur Übermittlung kann er die Bescheinigung ändern, danach in vielen Fällen noch berichtigen. Ist das nicht mehr möglich, klären Sie den Punkt mit dem Finanzamt, statt eine abweichende Zahl zu erklären.

Wie Solobooks dabei hilft

Solobooks führt Sie feldweise durch die Lohnsteuerbescheinigung, in derselben Reihenfolge, in der die Zahlen auf dem Ausdruck stehen. Die Angaben werden von Hand eingetragen, das ist Absicht: Solobooks ruft keine Daten aus Ihrem ELSTER-Konto ab, sondern arbeitet mit dem, was Sie eingeben.

Mehrere Arbeitgeber sind vorgesehen. Für jede Bescheinigung erfassen Sie den eigenen Zeitraum, und der Arbeitsweg lässt sich der jeweiligen Beschäftigung zuordnen, sodass zwei Entfernungen und zwei Zeiträume korrekt nebeneinander stehen. Vor dem Absenden prüft Solobooks, ob Angaben fehlen, und blockiert die Übermittlung, solange eine begonnene Angabe unvollständig ist.

Ein ELSTER-Zertifikat brauchen Sie dafür nicht. Die Übermittlung läuft über Solobooks.

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Welche Posten Sie über den Arbeitslohn hinaus absetzen können, steht in unserem Leitfaden zu den Werbungskosten für Arbeitnehmer.

Häufig gestellte Fragen

Bis wann muss ich die Lohnsteuerbescheinigung bekommen? Die elektronische Übermittlung an die Finanzverwaltung muss bis Ende Februar des Folgejahres erfolgen. In der Praxis liegt der Ausdruck meist schon mit der Januarabrechnung vor.

Ich habe den Ausdruck verloren. Was nun? Fragen Sie bei der Lohnbuchhaltung nach einem neuen Ausdruck. Die Daten sind beim Finanzamt gespeichert, das Papier ist ersetzbar.

Warum ist mein Bruttoarbeitslohn höher als mein vereinbartes Gehalt? Weil geldwerte Vorteile mitgerechnet werden, etwa die private Nutzung eines Dienstwagens oder ein Zuschuss, der nicht steuerfrei ausgezahlt werden konnte.

Muss ich die Bescheinigung mit der Erklärung einreichen? Nein. Die Daten liegen dem Finanzamt bereits vor. Bewahren Sie den Ausdruck trotzdem auf.

Ich hatte zwei Jobs gleichzeitig. Zählt das auch? Ja. Jedes Arbeitsverhältnis erzeugt eine eigene Bescheinigung, und alle gehören in die Erklärung. Bei einer Nebenbeschäftigung in Steuerklasse VI ist eine Erklärung außerdem meist Pflicht.

Was bedeutet das M in Feld 2 für meine Reisekosten? Ihr Arbeitgeber hat Ihnen Mahlzeiten gestellt. Die Verpflegungspauschalen sind für die betroffenen Tage zu kürzen.

Quellen

  • § 41b EStG, Abschluss des Lohnsteuerabzugs und elektronische Lohnsteuerbescheinigung
  • § 3 Nr. 15 EStG, steuerfreie Arbeitgeberleistungen für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte
  • § 32b EStG, Progressionsvorbehalt
  • § 10 EStG, Vorsorgeaufwendungen
  • Bundesfinanzministerium, Bekanntmachung des Musters für den Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2025 vom 20. Februar 2025

Stand: 17. September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall. Gesetzestexte und amtliche Angaben ändern sich, im Zweifel gilt die jeweils aktuelle Fassung.


Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

Experten-Tipp

Prüfen Sie zuerst den Zeitraum in Feld 1. Wenn er nicht das ganze Jahr abdeckt, fehlt Ihnen eine zweite Bescheinigung, und ohne sie stimmt die Berechnung nicht.

— Solobooks Team

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