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Steuerberater Kosten: Was kostet ein Steuerberater für Freelancer?

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Steuerberater Kosten: Was kostet ein Steuerberater für Freelancer?

Ob sich ein Steuerberater lohnt, hängt von zwei Dingen ab: was er in Ihrem Fall kostet und was er Ihnen abnimmt. Feste Preise gibt es nicht. Die Gebühren folgen einer Verordnung, die einen Rahmen vorgibt, und innerhalb dieses Rahmens hängt viel von Ihren Zahlen ab. Dieser Beitrag erklärt, wie die Rechnung zustande kommt, damit Sie Angebote einordnen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Steuerberater rechnen nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ab, oder nach einer schriftlich vereinbarten Vergütung.
  • Die Gebühr hängt vom Gegenstandswert ab, etwa Ihren Einnahmen, und von einem Gebührensatz innerhalb eines Rahmens.
  • Für jede Leistung fällt eine eigene Gebühr an: EÜR, Einkommensteuererklärung, Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Umsatzsteuer-Jahreserklärung, Buchhaltung.
  • Der Teil der Kosten, der Ihr Geschäft betrifft, ist eine Betriebsausgabe.
  • Fragen Sie vor dem Auftrag nach einem Kostenvoranschlag für Ihren konkreten Fall.

Wann Sie einen Steuerberater brauchen

Gesetzlich brauchen Sie keinen. Viele Freiberufler mit einfacher Struktur machen Buchhaltung und Erklärungen selbst.

Ein Steuerberater ist sinnvoll, wenn:

  • unklar ist, ob Ihre Tätigkeit freiberuflich oder gewerblich ist
  • Sie Kunden im Ausland haben und Leistungsort, Reverse-Charge oder OSS klären müssen
  • Sie größere Investitionen planen oder ein Arbeitszimmer, ein Firmenauto oder eine Immobilie im Spiel ist
  • Sie eine Gesellschaft gründen oder Ihre Rechtsform ändern möchten
  • eine Betriebsprüfung angekündigt ist
  • Sie Ihre Zeit lieber in Kundenarbeit stecken

Wie die Gebühren berechnet werden

Die StBVV legt für jede Tätigkeit zwei Dinge fest:

  1. den Gegenstandswert, also die Zahl, an der sich die Gebühr bemisst
  2. einen Rahmen in Zehnteln einer vollen Gebühr aus einer Tabelle

Wo im Rahmen der Steuerberater abrechnet, hängt vom Umfang und der Schwierigkeit der Arbeit ab (§ 11 StBVV).

Leistung Gegenstandswert Rahmen
Ermittlung des Gewinns per EÜR (§ 25 StBVV) der höhere Betrag aus Betriebseinnahmen oder Betriebsausgaben, mindestens 17.500 Euro 5/10 bis 30/10, Tabelle B
Einkommensteuererklärung (§ 24 Abs. 1 Nr. 1 StBVV) Summe der positiven Einkünfte, mindestens 8.000 Euro 1/10 bis 6/10, Tabelle A
Umsatzsteuer-Voranmeldung (§ 24 Abs. 1 Nr. 7 StBVV) 10 % der Entgelte, mindestens 650 Euro 1/10 bis 6/10, Tabelle A, je Voranmeldung
Umsatzsteuer-Jahreserklärung (§ 24 Abs. 1 Nr. 8 StBVV) 10 % der Entgelte, mindestens 8.000 Euro 1/10 bis 8/10, Tabelle A

Dazu kommen Auslagen und die Umsatzsteuer auf die Gebühr. Laufende Buchhaltung, Beratung und Bescheidprüfung werden gesondert berechnet.

Was folgt daraus für Sie?

  • Höhere Einnahmen bedeuten höhere Gebühren, auch wenn Ihr Fall einfach ist.
  • Monatliche Voranmeldungen kosten zwölfmal, vierteljährliche viermal.
  • Gut vorbereitete Unterlagen drücken die Gebühr in Richtung unteres Ende des Rahmens, weil der Aufwand sinkt.

Vergütungsvereinbarung

Statt nach StBVV können Sie mit dem Steuerberater eine eigene Vergütung vereinbaren, etwa eine Pauschale. Die Vereinbarung muss in Textform getroffen werden (§ 4 StBVV). Für Selbstständige mit gleichbleibendem Aufwand ist das oft übersichtlicher.

Kosten absetzen

Steuerberatungskosten sind steuerlich zum Teil abziehbar:

  • Betriebsausgaben sind die Kosten für Buchhaltung, EÜR, Umsatzsteuer und den betrieblichen Teil der Beratung.
  • Werbungskosten sind Kosten für die Ermittlung anderer Einkünfte, etwa der Anlage N.
  • Nicht abziehbar sind Kosten für den rein privaten Teil, etwa den Hauptvordruck der Einkommensteuererklärung oder Sonderausgaben.

Bitten Sie Ihren Steuerberater, die Rechnung entsprechend aufzuteilen.

Die Alternativen

Alles selbst machen. Mit einer Buchhaltungssoftware, die Anlage EÜR und Umsatzsteuer-Voranmeldung an ELSTER übermittelt, ist das für einfache Fälle machbar. Sie zahlen die Software und investieren Ihre Zeit.

Buchhaltung selbst, Erklärung vom Steuerberater. Sie buchen laufend selbst und übergeben dem Steuerberater am Jahresende geordnete Daten, zum Beispiel als DATEV-Export. Sie zahlen dann vor allem die Gebühren für die Erklärungen, nicht für die Buchhaltung.

Vollservice. Der Steuerberater übernimmt alles. Das ist die teuerste Variante, aber auch die mit dem geringsten eigenen Aufwand.

Beratung nur bei Bedarf. Sie machen alles selbst und holen sich für einzelne Fragen eine Beratung. Dafür berechnet der Steuerberater eine Beratungs- oder Zeitgebühr.

Einen guten Steuerberater finden

  • Erfahrung mit Freiberuflern in Ihrer Branche
  • Klare Aussage zu den Kosten vor Beginn
  • Digitale Zusammenarbeit, wenn Sie Ihre Buchhaltung selbst führen
  • Empfehlungen aus Ihrem Umfeld, ergänzt durch ein Erstgespräch

Kosten senken

  • Buchhaltung selbst führen und laufend aktuell halten.
  • Belege digital und direkt an der Buchung ablegen.
  • Vierteljährliche Voranmeldungen, wenn Ihre Umsatzsteuer das zulässt.
  • Den Auftrag klar abgrenzen, damit Sie nur bezahlen, was Sie brauchen.

Wenn es Ihnen nur um die private Einkommensteuererklärung geht und nicht um laufende Buchhaltung, ist der Weg meist deutlich einfacher, als die Beraterkosten vermuten lassen. Unsere Anleitung für Arbeitnehmer zeigt, was dafür nötig ist.

Wie Solobooks hilft

Solobooks kostet 59,99 Euro im Jahr. Damit führen Sie Ihre Buchhaltung, übermitteln Umsatzsteuer-Voranmeldungen und die Anlage EÜR direkt an ELSTER und machen Ihre Einkommensteuererklärung. Eine Erklärung pro Abojahr ist enthalten. Brauchen Sie nur die Einkommensteuererklärung, gibt es sie auch einzeln für 24,99 Euro.

Arbeiten Sie mit einem Steuerberater, geben Sie ihm einen DATEV-Export. Das spart ihm Zeit und Ihnen Gebühren.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es feste Preise für Steuerberater? Nein. Die StBVV gibt Gebührenrahmen vor, die sich nach Ihren Zahlen richten. Alternativ können Sie eine Vergütung vereinbaren.

Kann ich die Kosten für den Steuerberater absetzen? Den betrieblichen Teil als Betriebsausgabe, Kosten für die Ermittlung anderer Einkünfte als Werbungskosten. Der private Teil ist nicht abziehbar.

Brauche ich als Freiberufler einen Steuerberater? Gesetzlich nicht. Sinnvoll ist er vor allem bei Auslandskunden, unklarer Einordnung als Freiberufler oder Gewerbe, größeren Investitionen oder einer Betriebsprüfung.

Habe ich mit Steuerberater mehr Zeit für die Erklärung? Ja. Die Frist läuft bis Ende Februar des übernächsten Jahres, für 2025 also bis zum 1. März 2027.

Benötigen Sie Hilfe?

Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie uns an support@solobooks.de oder chatten Sie mit uns in der App. Mehr dazu auf unserer Seite zur Buchhaltung mit Solobooks.

Quellen

Stand: 30. Oktober 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall. Gesetzestexte und amtliche Angaben ändern sich — im Zweifel gilt die jeweils aktuelle Fassung.


Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2026

Experten-Tipp

Legen Sie monatlich die errechnete Umsatzsteuer auf ein separates Konto. So vermeiden Sie Liquiditätsengpässe bei der Zahlung ans Finanzamt.

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